Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Das Grundfutter muss stimmen!

Florian Stroh, Deutsche Saatveredelung AG ∙ Prüm

Normalerweise werden pro Betrieb durchschnittlich 3,4 Maissorten angebaut.
Heiner Jaeger aus Heinsberg setzt für seine Milchkühe dieses Jahr nur
auf eine einzige Sorte, die ihn völlig überzeugt hat.


„Mir ist wichtig, dass der Mais einen guten Kolben hat und sehr gut verdaulich ist, denn für eine 10.000-kg-
Herde kommt man um hochverdauliche Sorten nicht herum.“
Heiner Jaeger

Betriebsspiegel:

  • 100 Kühe
  • 100 Stück Nachzucht
  • 30-50 Fresser
  • 20 ha Grünland
  • 6 ha Luzerngras
  • 15 ha Gerste
  • 20 ha Weizen
  • 9 ha Raps
  • 14 ha Rüben
  • 16 ha Mais


Heiner Jaeger bewirtschaftet seinen Betrieb in Heinsberg, Nordrhein-Westfalen, mit seinen Eltern und einem festen  Angestellten. Zusätzlich arbeitet auf dem Hof eine Halbtagskraft und bei Arbeitsspitzen helfen weitere Aushilfen. So werden alle Arbeiten auf dem Feld selbst durchgeführt. Da die alte Betriebsstelle mitten im Ort liegt und zu klein wurde, siedelte Jaeger 2010 einen Rinderstall aus. Dort werden die Rinder mit 10 Wochen eingestallt und bleiben bis kurz vor dem Kalben. Anschließend kommen sie wieder zur ursprünglichen Betriebsstelle. Dort kalben sie ab und werden im Boxenlaufstall gemolken. Nachdem der Rinderstall  fertig gebaut war, wurden auf der neuen Betriebsstelle noch eine Halle und ein neues Wohnhaus gebaut.


 

Eigene Wege bei Rinderzucht und Fütterung

Bei der Rinderzucht geht Heiner Jaeger eigene Wege. „Wir waren mit unseren Schwarzbunten irgendwann nicht mehr zufrieden und suchten eine für uns passende Lösung.“ So fing er 2005 an, nur noch Fleckvieh einzukreuzen. Damit kommt er gut zurecht, da die Tiere nun wesentlich gesünder sind und die Remontierungsrate gesunken ist. Außerdem  sind die Inhaltsstoffe der Milch höher und die Fresser lassen sich besser vermarkten. Auch die Milchleistung ist nicht  unbedingt niedriger als bei den Holsteins. Wie bei allen anderen Rinderrassen ist auch beim Fleckvieh die Fütterung ein  entscheidender Faktor für eine hohe Leistung. Die Kühe bekommen auf dem Betrieb eine Voll-TMR. „Wir machen keine komplizierte Rationsberechnung, sondern orientieren uns daran, wie die Kühe aussehen. Beobachtet man die Kühe genau und berücksichtigt auch die Milchinhaltsstoffe wie Eiweiß, Fett und Harnstoff sowie die Milchleistung, kann man  gut abschätzen, wie die Kühe gefüttert werden müssen“, erklärt Jaeger. Gefüttert wird kein Mischfutter, sondern nur Einzelkomponenten, so dass er genau weiß, was in der Ration enthalten ist und flexibel an den einzelnen Stellschrauben drehen kann. Zur Ration gehören Maissilage, Grassilage, Luzernesilage, Rapsstroh, Trockenschnitzel, Körnermais,  Gerste, Rapsschrot und Mineralfutter. Wie in jeder Ration ist ein gutes Grundfutter die Basis. „Das Grundfutter muss stimmen, sonst kann man füttern, was man will – die Milchleistung stimmt nicht“, ist der Grundsatz des Betriebsleiters.  Aus diesem Grund wird das Grünland jährlich im Frühjahr mit einem Güttlerstriegel mit Deutschem Weidelgras und Klee nachgesät. Alle vier Schnitte werden gehäckselt. Das Rapsstroh in der Ration dient der Strukturwirkung und wird von  den Kühen gut angenommen.

Überzeugt von Messago

Beim Mais hat Herr Jaeger die Erfahrung gemacht, dass späte, großrahmige Typen in seiner Gegend nicht jedes Jahr gelingen. Somit baut er nur noch frühe, kompakte Maissorten an, die standfest sind. Außerdem ist ihm wichtig, dass der Mais einen guten Kolben hat und sehr gut verdaulich ist, denn für eine 10.000-kg- Herde kommt man um hochverdauliche Sorten nicht herum, findet der Betriebsleiter. Im Jahr 2012 probierte Jaeger erstmalig die Sorte MESSAGO aus und war davon so überzeugt, dass er 2013 nur MESSAGO anbaut. „Wir haben auch vorher schon gut verdauliche Sorten mit hohem Energiegehalt angebaut, aber als wir MESSAGO fütterten, konnte man deutlich merken, dass die Futteraufnahme der Kühe anstieg.“ So nehmen die Kühe durch den ohnehin schon energiereichen Mais noch mehr Energie auf. Außerdem wurde 2012 ein Teil der Maisernte an eine Biogasanlage verkauft, wo die Sorte auch ertraglich überzeugt hat. Kompakte Maissorten können beim Ertrag und vor allem beim Trockenmasseertrag gut mit größeren Sorten mithalten. „Auch dieses Jahr hat MESSAGO uns wieder überzeugt. Die Sorte hatte im Durchschnitt einen TS-Gehalt von 33 Prozent und brachte 47 t/ha; das ist zwar normalerweise zu wenig, aber welcher Mais bringt dieses Jahr mehr? Der Körneranteil der Silage war super. Auch 2014 drillen wir wieder die komplette Maisfläche mit MESSAGO.“ Ein weiterer Vorteil von früh räumenden Maissorten ist, dass man flexibler mit der Nachfrucht ist. Nach Mais wird auf dem Betrieb Jaeger Gerste oder Weizen gesät. Der sandige Lehm hat 55-80 Bodenpunkte und ist teilweise tonig. Gerade auf diesen Minutenböden braucht man eine optimale Witterung für die Aussaat.

„Wir haben auch vorher schon gut verdauliche Sorten mit hohem Energiegehalt angebaut, aber als wir MESSAGO fütterten, konnte man deutlich merken, dass die Futteraufnahme der Kühe anstieg.“ Heiner Jaeger

 

Fazit

Jeder Milchviehbetrieb geht seinen eigenen Weg, um erfolgreich zu sein. Heiner Jaeger setzt auf Fleckvieh und Voll-TMR.  Das Grundfutter hat einen entscheidenden Einfluss auf Tiergesundheit und Leistung. Wenn das Grundfutter eine hohe Energiedichte und eine gute Verdaulichkeit hat, kann man Kraftfutter sparen. Dafür lohnt es sich, sich mit der  Sortenwahl beim Mais ausführlich zu beschäftigen.