Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Restpflanze

Die Restpflanze bietet im Gegensatz zur Stärke züchterisches Potenzial unterschiedliche Verdaulichkeiten zu realisieren. In Rinderfutterrationen sind faserreiche Komponenten wie Gras und Maisrestpflanze wichtige Strukturträger und Energiequellen, die eine artgerechte Futterzusammensetzung garantieren.  Bei zunehmendem Maisanteil in der Ration wird strukturreiches Gras verdrängt und die Bedeutung der strukturreichen Restpflanze des Maises in der Ration steigt stark an. Daher ist in solchen Fällen auf eine besonders gute Qualität dieser Restpflanze zu achten.

  

Restpflanze des Maises

  • Hat den überragenden Ertragsanteil
  • Zellwände sind eine wichtige Energiequelle mit direktem Einfluss auf den Milchfettgehalt und besitzen starke ernährungsphysiologischen Effekte (Strukturwirkung)
  • Sie werden (und müssen) im Pansen über Glucose zu Essigsäure abgebaut (werden).
  • Ist wesentlich stärker qualitativ beeinflusst als die Stärke durch Abreifegrad, Stängel-Blattverhältnis, Krankheitsbefall etc.
  • Ist züchterisch auch deutlich besser beeinflussbar als andere Fraktionen
  • Mit zunehmendem Rationsanteil von Mais verdrängt dieser strukturwirksames Gras
  • Dieser Anteil wird teilweise von Maisrestpflanze übernommen
  • Der Anteil der Restpflanze des Maises an der strukturwirksamen Grundfutterkomponente („grüne Fraktion“) steigt bis auf über 70 % an
  • Daher ist die Qualität dieser Restpflanze entscheidend
  • Die Qualität wird durch die Verdaulichkeit der Zellwände bestimmt
 

  

 

Restpflanzenverdaulichkeit DINAG

  • DINAG ist die enzymatische Löslichkeit (Verdaulichkeit) der Gesamtpflanze ohne die Fraktionen Zucker und Stärke.
  • Die DINAG beruht auf Forschungsergebnissen aus Frankreich
  • Zucker ist in den Zellen, Stärke im Kolben, also ist DINAG die Kenngröße für die Restpflanzenverdaulichkeit, hier insbesondere für die Zellwände

  

 

Was ist DINAG?

  • Zucker und Stärke sind hoch verdaulich. Die  Verdaulichkeit dieser Gesamtfraktion ist relativ konstant dadurch, dass sich im Prozess der Abreife aus dem Zucker die Stärke bildet, daher quasi nur eine Umlagerung von Zucker in Stärke ohne Einfluss auf die Verdaulichkeit stattfindet.
  • DINAG ist sortenmäßig stark variabel. In der Abreife bleibt die Restpflanzenverdaulichkeit im Verhältnis der Sorten gleich.
  • DINAG bleibt hoch bis Erreichen des optimalen Erntetermins
  • Nach optimalen Erntetermin:
  • Verstrohung = Ligninanhäufung = Abfall der DINAG

  

 

Die Bestimmung der Restpflanzenverdaulichkeit (DINAG)

DINAG% = 100*(Gesamtverdaulichkeit%-Stärke%-Zucker%)/(100-Stärke%-Zucker%)

Beispiel: 72 % Gesamtverdaulichkeit, 6 % Zucker

A): 43 % Stärke
DINAG = 100*(72-43-6)/(100-43-6)=        45,1%

A): 40 % Stärke
DINAG = 100*(72-40-6)/(100-40-6)=        48,1%

A): 33 % Stärke
DINAG = 100*(72-33-6)/(100-33-6)=        54,1%

Bei gleicher Gesamtverdaulichkeit, hier 72 %, und unterschiedlichem Stärkegehalt leitet sich eine unterschiedliche Verdaulichkeit der Restpflanze ab.


Zellwandverdaulichkeit 2005-2010. PPO Niederlande

  

 

Silomaistypen gleichen Energieertrages - Woher kommt die Verdaulichkeit?