Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Stärke

Wie jede grüne Pflanze wandelt auch der Mais mittels Chlorophyll und der Energiezufuhr aus dem Sonnenlicht  letztendlich Kohlendioxyd aus der Luft mit Wasser und Sauerstoff zu wasserlöslichen, hoch energiereichen Glucose-Zuckerstoffen um. Diese Zucker ernähren die wachsende Maispflanze und werden im Mais in den Kolben eingelagert und dort zu Stärke umgebaut. Die Stärke ist die energiereichste Komponente der Gesamtmaispflanze und dementsprechend entscheidend wichtig in der Rinderfütterung zu bewerten. Genetisch unterscheidet man in der Maiszüchtung 2 Kornherkünfte, den Hartmais und den Zahnmais. Aus dem englischen auch bekannt unter Flint- und Dentlinien. Diese werden in der Züchtung in der Regel kombiniert, weil beide Herkünfte unterschiedliche, für die Adaption an europäische Wachstumsverhältnisse wichtige Eigenschaften mitbringen. Ein Unterschied betrifft die Konsistenz der eingelagerten Stärke, Zahnmaise verfügen über eine etwas weichere Stärke als Hartmaise. In der Fütterung wird die stärkereiche Maissilage gerne zu hohen Anteilen in der Ration eingesetzt. Aufgrund der schnellen Abbaubarkeit im Pansen kann es dort aber bei hohen Anteilen zu einem Abfall des pH-Wertes kommen, die Übersäuerung erhöht die Gefahr einer Azidose. Es ist daher das Ziel, einen Teil der Stärke pansenstabil zu füttern, man spricht von der beständigen Stärke. Deren Anteil an der Gesamtstärke ist abhängig vom Sortentyp (flint oder dent) und vor allem der Ausreife des Korns zur Ernte. Demzufolge hat ein gut ausgereiftes Maiskorn (Körnermais) den höchsten Anteil an beständiger Stärke.

  

 

Maisstärke

  • Ist die wichtigste Fütterungskomponente des Maises
  • Ihre Wertigkeit (Ort der Verdauung) wird bestimmt von der Kornform (Hartmais oder Zahnmais) und vom Reifegrad des Kornes
  • Anteil in der Ration bis von ca. 20-22 %, das bedeutet, unterschiedliche Maistypen - je nach Maisanteil in der Ration - sind einzusetzen
  • Zuviel Stärke kann bei hoher Abbaubarkeit im Pansen zu Azidose führen


  

Generelle Merkmale Hartmais und Zahnmais

  

 

Maisstärke/Durchflussstärke

  • Zahnmais hat einen höheren Anteil Weichstärke, die eher verdaut wird
  • Hartmais hat einen höheren Anteil Stärke, die später im Dünndarm verdaut wird = Durchflussstärke (Bypassstärke)
  • Das Phänomen wird relevant, wenn das Korn stark ausgereift ist
  • Am stärksten bei getrocknetem Körnermais
 
zahnmais hartmais
Zahnmais Hartmais

   

Maisstärke - Ort der Verdauung

  • Unbeständige Stärke: Abbau im  Pansen über Glucose zu Propionsäure
  • wichtig für Milchproduktion
  • Zuviel: Gefahr der Azidose
  • Beständige (Durchfluss- Bypass-) Stärke: Abbau erst im Dünndarm zu Glucose
  • Energetisch günstig
  • Verhindert Pansenübersäuerung
  • Zuviel: Gefahr der Verfettung    

  

Erntemanagement zur optimalen Stärkenutzung







Ein gut ausgereiftes Korn bringt mehr Durchflussstärke. Moderne Sorten erreichen den notwendigen Gesamt-TS-Gehalt über eine grüne Restpflanze und ein weit abgereiftes Korn. Beispiel DANUBIO mit breiter Reifespreizung

  

Stärke in Maisprodukten


Quelle: Prof. Dr. Manfred Hoffmann, Sachsen in dlz-PRIMUS-Rind August 2011