Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Verdaulichkeit

Die Verdaulichkeit einer Maispflanze wird von der Verdaulichkeit der Komponenten Zellinhalt und Zellwand bestimmt. Die Zellinhaltsstoffe (inklusive Stärke) sind alle hoch verdaulich, nahe 100 %. Unterschiede gibt es hingegen bei der Verdaulichkeit der Zellwandbestandteile. Hier kann der Züchter in seiner züchterischen Arbeit ansetzen. Bei hohen Fütterungsanteilen von Mais ist es besonders wichtig, auf eine hohe Verdaulichkeit der Zellwand zu achten.


Einflussfaktoren mit abnehmender Wichtigkeit
Jahr   >   Standort   >  Anbautechnik   >  Sorte

  • Jahr:

Vegetationszeit, Niederschläge/Sonne etc.

  • Standort:

Wasserführung, Boden etc.

  • Anbautechnik:

Bestandesdichte, Stärkegehalt, Hochschnitt, etc.

  • Sorte:

Kornanteil, Restpflanze, Abreifeverhalten, Spindel

 

Die Verdaulichkeit von Mais schwankt von Jahr zu Jahr und von Ort zu Ort. Das Verhältnis der Sorten untereinander bleibt aber im Allgemeinen konstant. Die Sortewahl ist für den Landwirt ein wichtiger Schritt Richtung hoher
Futterqualität

  

Der Rang der Verdaulichkeit von Maissorten ist unabhängig vom Standort


Quelle: EUP Silo früh 2012 Deutschland



 

Zusammensetzung und Verdaulichkeit der diversen Bestandteile der Maispflanze

In der Zellwand steckt der Unterschied! Hier liegt das Potenzial für bessere Verdaulichkeit!

  

Bausteine der Verdaulichkeit einer Maissorte



 

Qualität von Maissilage

werte-maissilage

(Futterkonservierung, 2002, nordwestdeutsche Landwirtschaftskammern)

  

Wie wird die Energie bewertet?

ME=7,15+0,00580*ELOS-0,00283*NDForg+0,03522*XL

 

Welchen Einfluss hat welcher Faktor auf die Energie?

Verdaulichkeit: ca. 68 – 76 %
± 2 % Verdaulichkeit  = ± 0,1 MJ NEL/kg TM

Fett: ca. 2,1 bis 3 %
± 0,4 % Fett  = ± 0,1 MJ NEL/kg TM

 

Wie viel Milch bringt eine Energieerhöhung um 0,1 MJ NEL/kg TM?

Maisertrag ca. 16.000 kg TM/ha
+ 0,1 MJ NEL/kg TM = + 1.600 MJ NEL/ha
1.600 MJ NEL/ha / 3,17 MJ NEL/kg Milch = + ca. 500 kg Milch/ha

Entspricht in etwa + 100 kg Milch/Kuh und Jahr

  

 

Silomaistypen hinsichtlich der Futterration auswählen

Restpflanzentypen passen gut in maisreiche Rationen, Grassilage betonte Rationen können mit Stärketypen ergänzt werden.

  

 

Futterwert Zusammenfassung

  • Stärke ist die wichtigste Futterkomponente
  • Es gibt verschiedene Stärkeabbaubarkeiten
  • Zellinhalte wie zum Beispiel Zucker sind ebenfalls wichtige Energiequellen
  • Die Restpflanze liefert die notwendige Struktur und ist bei guter Verdaulichkeit ein wichtiger Energielieferant
  • Ein guter Futterwert ist mit einer schlecht verdaulichen Restpflanze nicht zu erreichen